Über diese webseite …

Beobachtet man im Internet die Fachgespräche in den diversen Internetforen, hat man den Eindruck, dass ein gelungenes Foto immer noch Hand in Hand mit einer teuren Ausrüstung einhergeht. Objektive oberhalb 1000 € und DSLR-Kameras (nur Body), die den Preis eines gebrauchten Kleinwagens erreichen, werden oftmals als Garant für gute Fotos zu Felde geführt. Das ist erstens, nicht richtig und zweitens, vollkommen falsch, zumindest, wenn es um Amateur-Fotografie geht. Technik ist gut, Technik ist auch wichtig, aber… sie ersetzt weder das gute Auge für ein Motiv, noch die Kreativität des Fotografen. Sie kann nur unterstützen.

Diese Webseite befasst sich primär mit dem Ergebnis eines Amateur-Fotografen – den Bildern. Allerdings werden sich hier nach und nach Artikel einfinden, die sich auch mit der Technik auseinandersetzen und Informationen beinhalten, die für den Neueinsteiger nützlich sein dürften. Fotografieren kann, aber muß nicht unbedingt ein teures Hobby sein.

Einen angenehmen Aufenthalt auf photomatik.de wünscht euch

Jürgen Olejok

 

Sony A7 on Budget

Vorwort

Für diesen Artikel ist ein Vorwort erfoderlich, denn er beinhaltet persönliche Empfehlungen für den Rat suchenden Amateurfotografen. Das eine, nicht durch Werbung unterstützte, aber dadurch unabhängige webseite nicht das komplette Objektivangebot ALLER Hersteller berücksichtigen kann, ist nicht überraschend. Die Auswahl an Objektiven, die im Alltagseinsatz für diesen Artikel getestet wurden, war dennoch vielfältig und entsprach dem Grundgedanken, das beste Preis/Leistungsverhältnis zu erreichen.

Eine Tatsache, die fast jeder Amateurfotograf schon erleben durfte, ist die sogenannte „Serienstreuung“ der angebotenen Objektive. Diese Streuung ist kurioserweise derzeit gehäuft bei Hochpreis-Objektiven von Sony-Zeiss zu beobachten und ich selbst war erst mit dem vierten Exemplar des hochgelobten 16-35mm/f4 Sony-Zeiss zufrieden. Das ist im Bereich Fotografie ein NoGo und Sony muss sich fragen, ob sie die vermutlichen Einsparungen bei der Qualitätskontrolle nicht etwas übertrieben haben. Anders sieht es bei den älteren Minolta-Objektiven aus. Hier gibt es auch eine Serienstreuung, aber sie ist meist nur im Bereich Zoom-Objektive etwas ausgeprägter. Grundsätzlich ist/war festzustellen, dass fast alle Minolta-Gläser gut verarbeitet und ordentlich zentriert waren; die getesteten Festbrennweiten sogar ausnahmlos. Trotzdem kann es natürlich passieren, dass man beim online-Kauf einen unbrauchbaren Flaschenboden erwischt. Deshalb der Tip: IMMER selbst an seiner Kamera das Objektiv antesten. Das erspart in der Regel böse Überraschungen und kein Anbieter wird, wenn sein Objektiv in Ordnung ist, etwas gegen das ausprobieren haben.

Es gibt im Internet zahlreiche Stimmen, die grundsätzlich dazu raten, auf Gebrauchtwaren im optischen Bereich zu verzichten. Unentdeckter Glaspilz oder amateurhaft ausgeführte Reparaturversuche, versteckte Mängel in der Fokussiermechanik oder Elektronik, aber auch Vergütungsfehler sind zwar Ausnahmen, kommen jedoch vor. Da eine Gewährleistung beim Privatverkauf nicht vorhanden ist, gibt es ein Restrisiko für den Käufer. Damit muß man leider leben. Auf der anderen Seite ist es möglich, ein komplettes Objektiv-Setup zu erstehen, dessen Gesamtpreis nicht einmal den Betrag eines einzigen, neuen Objektivs entspricht.

Eigentlich wären noch mehr Empfehlungen in diesem Artikel möglich gewesen, denn z. B. die Minolta Festbrennweiten ab 35mm waren und sind allesamt eine Empfehlung wert. Allerdings gibt es in diesem Segment seit dem Erscheinen der A7 eine extreme Tendenz zu immer höheren Preisen, die bereits fast lächerliche Ausmaße angenommen hat. Klar, man kann ein 25 Jahre altes 100er/2.8 mit Makro für über 300 € anbieten, aber ob der Verkäufer für diesen Preis einen Interessenten finden wird, muss sich noch zeigen. Es ist, keine Frage, ein gutes Objektiv, aber das sind aktuelle Festbrennweiten von Drittherstellern auch. Aus diesem Grund folgen die Empfehlungen in diesem Artikel einem bestimmten Muster: Es soll, wenn möglich, der gesamte Brennweitenbereich eines Amateurfotografen bedient UND es soll für den geforderten Preis das absolut beste Bildergebnis in seiner Klasse erzielt werden.  Zumindest das sollte mir gelungen sein.

Einleitung

Bekanntlich ist die Sony A7 in der ersten Version der günstigste Einstieg in den Bereich spiegelloses Kleinbildformat. Gebraucht ist der Body im guten Zustand für knapp 600 € zu bekommen. Man sollte aber bei aller Begeisterung für den großen Bildsensor nicht vergessen, dass man dafür Objektive benötigt, die den Vorteil des Formats auch nutzen. Und diese „vollformattauglichen“ Linsen sind nicht gerade preiswert. Bösartige Stimmen sprechen in Zusammenhang mit Sony vom HP-Effekt, d. h. preiswerte Drucker und teuere Tinte. Studiert man die Preise für Sony-Objektive, ist eine gewisse Ähnlichkeit tatsächlich erkennbar.
Zwar bemüht sich Sony, eine Budget-Linie für ihre 7er Serie aufzubauen, aber in vielen Abbildungsbereichen liegen die Preise für ordentliche Gläser oberhalb der 1000 € Grenze. Das ist für Amateurfotografen kaum zu stemmen. Muss man/frau aber auch nicht, denn es gibt Alternativen, die in diesem Artikel ihren Platz bekommen.

 

Bild links: Der native „Grundstock“ für die A7 – das 28-70 Zoom, das 28er und 50er Prime für e-mount. Alle drei Objektive, sogar das Zoom, sind abbildungstechnisch qualitativ in der oberen Mittelklasse anzusiedeln. Beim 50er Prime gibt es aber im Auslieferungszustand Probleme mit dem Autofukus. Hier schafft ein Software-update von Sony etwas Abhilfe, aber perfekt ist es danach auch nicht. Was die Abbildungsschärfe betrifft, sind alle drei Objektive ihr Geld mehr als wert. Die beiden Primes schaffen es auch im Bereich Bokeh und Dynamik locker in höhere Qualitätsstufen; das Zoom ist zwischen 35-70 ein echter Allrounder und gehört zu den besten Kit-Linsen, die je in einen Plastiktubus verbaut wurden. Überhaupt ist Schärfe bis zu den Rändern anscheinend ein Kriterium,  das Sony bei seinen Objektiven im Fokus hat.

 

 

Basis

Es gibt sie – die Budget-Linie für Sonys KB-Format und e-mount Anschluss. Ein 28-70 Zoom, eine 28er /f2 und eine 50er /f1.8 Festbrennweite für zusammen ca. 950 € (gebraucht für ca. 650 €) sind kein schlechter Einstieg in die native Vollformat-Welt. Seit Februar 2017 wird das Set mit einem 85er /1.8 ergänzt, wobei die anvisierten 600 € für ein Budget-Objektiv schon grenzwertig sind. Trotzdem bleiben noch jede Menge Brennweiten übrig, für die es keine nativen und gleichzeitig „bezahlbaren“ Gläser gibt.
Da man bekanntlich fast alles an Objektiven via Adapter an die A7 anschliessen kann, ist das Angebot an mechanisch einstellbaren Gläsern unüberschaubar. Allerdings ist der Autofokus schon eine tolle Erfindung und im Jahre 2017 sicherlich ein Standard-Feature. Im Falle der A7, erste Version, gibt es allerdings ein Problem: da es bei diesem Modell keine Freigabe für den Phasen-AF für Entwickler gibt, sind die meisten Objektive, obwohl mit AF-Funktion ausgestattet, nur manuell nutzbar. Einige wenige Objektive können via elektronischen Adapter von Drittherstellern zwar mit dem Kontrast-Fokus der A7 arbeiten, aber richtig Freunde kommt dabei nicht auf. Drei bis Vier Sekunden bis zur Scharfstellung sind arg lang und das Ergebnis ist trotzdem nicht immer treffsicher. Nun könnte man argumentieren, dass gerade die A7 Serie mit ihren Fokussierhilfen die besten Voraussetzungen für das manuelle Scharfstellen mitbringt, aber Autofokus ist nunmal eine Erleichterung, auf die man ungern verzichten möchte.
Abhilfe schafft in diesem Fall der Sony-eigene Kamera-Adapter LA-EA4, der nicht nur ältere Minolta und Sony-Objektive mit a-mount-Bajonett den Anschluss an die A7 ermöglicht, sondern neben einem eigenen Motor für den Stangenantrieb auch einen eingebauten Phasenautofukus beinhaltet. Phasen-AF und Stangenantrieb sind zwingend notwendig, um mit der A7 und älteren a-Mount-Objektive von Minolta automatisch zu fokussieren. Bei einigen Sony a-mount Gläsern, wie z.B. dem 85er/f2.8, ist der Motor bereits im Objektiv verbaut und der zusätzliche Stangenmotor nicht unbedingt erforderlich.

Bild rechts: Der LA-EA4 Adapter macht aus der Ur-A7 endgültig eine eierlegende Wollmilchsau. Mit Stangenmotor und eingebautem Phasenautofokus-Modul sorgt er für treffsichere Schärfe mit AF. Die durch den durchlässigen und fest verbauten Spiegel verlorenen 0.5 bis 0.7 Blenden sind in 99 Prozent der Aufnahmen locker zu verkraften, denn der Verlust macht sich bei Offenblende nicht im Bokeh des Fotos bemerkbar, sondern ausschliesslich bei der Lichtstärke. Da der Adapter auch einen Stativanschluss besitzt, entlastet er schwere Objektive vom Kamera-Anschluss. Im Freihandgebrauch stört er nur marginal, ist aber für das Gesamtstyling der Kamera nicht gerade förderlich.

Der Anschaffungspreis des LA-EA4 liegt bei knapp über 200 € und er macht, stilistisch betrachtet, aus der schönen Linie der A7 ein hässliches Entlein, aber nun steht einer preiswerten Anschaffung ALLER Brennweiten für die Ur-A7 nichts mehr im Weg.
Der Grund dafür liegt wiederum in der Anzahl von Minolta-Glas, dessen Ruf nicht zu Unrecht als ausgezeichnet zu betiteln ist. Minolta hat in seiner langen Entwicklungsgeschichte nicht nur mit Leica oder Zeiss zusammengearbeitet, sondern diesen Titanen der Linsentechnik oftmals sogar unter die Arme greifen müssen, um akzeptable Zoom-Objektive herstellen zu können.
Warum also nicht einen Linsenpool nutzen, der zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, aber auch an modernen DSLM-Kameras immer noch eine bemerkenswerte Qualität liefert.

Ganzen Artikel lesen »

Winterzeit – Still ruht der See

Für Fotografen ist die Winterzeit eher fad – graue Tristesse oder durchgehend weiß. Freunde dynamischer Farben laufen sich allgemein die Füße platt, bevor sie ein schönes Motiv vor die Linse bekommen. Die seltenen Stunden, in denen bei wolkenlosem Himmel die Farben der Natur explodieren, müssen genutzt werden und wenn dann auch noch das Motiv etwas hergibt, gelingt auch in dieser Jahreszeit ein guter Schuß. Die beiden Fotos entstanden am Rande der mecklenburgischen Seenplatte, ziemlich exakt an der Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Boot im See 1Um die Dynamik der neu angeschafften Alpha 7 zu testen, sollte das eisblaue Wasser im starken Kontrast zur in der Sonne liegenden Baumgruppe stehen. Überraschend war das Ergebnis aber trotzdem, weil hier lediglich das Sony Kit-Objektiv 28-70mm zum Einsatz kam. Diesem Objektiv, auf Grund seines Plastik-Tubus eine nicht gerade beliebte Linse, wird allgemein Kontrastarmut und mangelnde Schärfe nachgesagt. Das hier vorliegende Ergebnis zeigt: es kommt mal wieder auf die Serienstreuung an. Ist das Objektiv gut zentriert, dann ist es mehr als ausreichend scharf und kann die 24 Megapixel des A7-Sensors perfekt bedienen. Man beachte die Struktur der Eiskristalle auf der Sitzbank des Bootes. Einen „mangelhaften“ Kontrast kann man hier ebenfalls nicht erkennen.

Boot im See 2Für einen Gebrauchtpreis von unter 200 € ist es, ein mängel- freies Exemplar vorausgesetzt, eine mehr als gute Investition. Die Verzeichnungen am kurzen und langen Ende sind vorhanden, aber nicht sehr stark ausgeprägt und für RAW-Konverter oder andere Bildbearbeitungssoftware kein Problem. Ob sich bei solchen Bildergebnissen die Anschaffung des Sony Vario Sonar 24-70 / F4 für den vierfachen Preis lohnt, darf durchaus bezweifelt werden.

Letztendlich – im KB-Format geht es mit der A7 auch preiswert. Es müssen, wenn es nativ sein soll, nicht immer die (völlig überteuerten) ZEISS-Objektive jenseits der 1000 € sein, zumal ZEISS weder etwas mit der Herstellung, noch mit verbauten Glas zu tun hat. Die Objektive werden komplett inklusive Glaselemente von und bei Sony gebaut.

Und das Sony gute UND preiswerte Objektive bauen kann, haben sie unlängst mit dem 28 /f2  vor einiger Zeit bewiesen.

© Jürgen Olejok / 2017

Systemwechsel – Kopf statt Bauch

Es war auf dieser webseite in den letzten Monaten ein wenig still geworden. Grund war ein erneuter Systemwechsel – diesmal von Nikon zu Sony. Dieser Wechsel war, im Gegensatz zum vorherigen Wechsel von Canon zu Nikon, nicht aus dem Bauch heraus (haben will), sondern eine reine Kopfentscheidung (Nutzen und Möglichkeiten).

Die Gründe, warum man sich von einem der beiden etablierten Kamera-Herstellern abwendet, sind so oft im Netz erörtert worden, dass ein zusätzlicher Beitrag zu dem Thema nur weiteres Rauschen erzeugt. Die Argumente wiederholen sich und bringen keine neuen Erkenntnisse. Deshalb nur eine kurze Anmerkung und kein langwieriges Gelaber zum Systemwechsel.

Fakt ist – das Sony E-Mount System für spiegellose Systemkameras (DSLM) bietet viele Vorteile für den ambitionierten und experimentierfreudigen Fotoamateur. Das schmale Auflagenmaß ermöglicht den Einsatz über einen Adapter fast aller in den letzten 70 Jahren hergestellten Objektive, unabhängig von Marke oder mechanischem Anschluss. Das innovative Fokus-Peaking, ein Alleinstellungsmerkmal der DSLM, unterstützt auf hervorragende Weise den Gebrauch mechanischer Objektive und vereinfacht die präzise Fokussierung extrem.

Seit dem Erscheinen der Sony A7, der ersten DSLM mit Vollformat (KB)-Chip, hat sich auch der Zubehör-Markt für diese Systeme explosionsartig vergrößert. Funkgesteuerte Blitzanlagen oder native Objektive von Fremdherstellern beleben den Markt rund um das System und sorgen für bezahlbare Alternativen zum Originalprodukt. Dieser Prozess findet erfahrungsgemäß nur dann statt, wenn die Aussichten, dass sich ein Produkt im Markt durchsetzt, auch für Dritt-Hersteller erkennbar wird.

Zusammengefasst kann man durchaus behaupten: Kein anderes Kamera-System bietet derzeit so viele Möglichkeiten, Kreativität und Experimentierfreude zu vereinen und neue Ziele zu definieren, deren Verwirklichung oft an den technischen Einschränkungen oder den Kosten bisheriger Systeme scheiterten.

Sony hat mit der DSLM in Verbindung mit dem E-Mount und den technischen Innovationen die Büchse der (Foto) Pandora geöffnet und kein etablierter Kamera-Hersteller mit fünf Buchstaben wird sie wieder schließen können. Es ist aber anzunehmen, dass sie auf diese Entwicklung anders reagieren werden (müssen), als mit der bisherigen Bereitstellung von spiegellosem Spielzeug, das nicht einmal besser ist, als eine gute Smartphone-Kamera.

Bis dahin ist/war der Wechsel zur Sony DSLM, zumindest für mich, eine vernünftige Entscheidung.

Und weil es ja so viel Neues zu entdecken, zu testen und mitzuteilen gibt, wird auch diese webseite wieder Neues beinhalten. Ein besseres Beispiel für eine Win-Win-Situation fällt mir nicht ein.

Alles unter Kontrolle – Tethering

Folgendes Problem kennt jeder Fotograf. Auf dem Kontrollmonitor der Kamera sah das Bild gut aus; Blinkwinkel auf das Motiv in Ordnung, Farben ok und die Aufahme scharf bis an den Rand. Beim sichten der Fotos am heimischen Rechner dann die Ernüchterung. Mangelnde Schärfe in Teilbereichen und mit einer Positionsveränderung um wenige Meter hätte man noch viel mehr aus dem Motiv herausgeholt. Ärgerlich. Hätte man doch den großen Monitor dabei gehabt.

Theter_1
Nun, den 32 Zöller auf einer Fotosession mitzuschleppen ist nicht nur unpraktikabel, sondern scheitert bei Aussenaufnahmen auch an dem meist fehlenden 230 Volt Netzanschluß. Für ambitionierte Amateurfotografen, die einen Tablet-Computer besitzen, gibt es eine Lösung, die so manch spätere Enttäuschung verhindert – das Tethering. Das Tablet wird dabei zur Fernbedienung der Fotokamera und ermöglicht damit eine bessere Kontrolle der Aufnahmen.
Natürlich funktioniert das auch mit diversen Smartphones, aber ob es wirklich Sinn macht, den 3-Zoll-Kamera-Monitor gegen ein 5-Zoll Handydisplay zu ersetzen, bleibt fragwürdig. Mindestens 8 Zoll sollten schon zur Verfügung stehen; 10-12 Zoll sind empfehlenswert. Dabei ist es egal, welches Betriebssystem auf dem Tablet installiert ist, denn es gibt die Programme für Android, Windows und Linux. Alles was man sonst noch benötigt, ist ein passendes USB-Kabel, um die fernbedienungsfähige Kamera mit dem Tablet zu verbinden. Die Programme zur Fernsteuerung sind entweder kostenlos (Windows/Linux) oder zumindest für einen geringen Betrag (Android) erhältlich.

Warum 10 Zoll oder größer?

Nach der Aufnahme sollte in der Vorschau eine ausreichend große Darstellung des Fotos vorhanden sein, ohne das noch in das Bild gezoomt wird. Bei kleineren Displays fokusiert das Auge mehr, es stellt sich selbstständig „scharf“ und betrügt uns ein wenig in der Wahrnehmung. Übrigens der gleiche Effekt, wie bei der Kontrolle am Kameramonitor. Bei einem größeren Abbild erfasst unser Gehirn eher das ganze Foto und entlarvt so auch die kleinsten Fehler in der Motiv-Komposition. Ausserdem wird ein kleineres Bild auf den ersten Blick immer schärfer aussehen, als ein größeres – unabhängig von der Pixelanzahl der Displays. Für die absolute Schärfekontrolle ist natürlich ein zoomen in die Details des Fotos notwendig und ist mit zwei Fingern auf einem Tablet schnell gemacht.

Ganzen Artikel lesen »

Einspruch Herr Wiesner !

Blogeintrag !

Ich gebe es zu. Auch ich gehöre zu den Menschen, die sich den einen oder anderen Fototip aus den unendlichen Weiten von Youtube holen und deshalb viele Videos aus der „Röhre“ konsumieren. Das war in der Vergangenheit eine feine Sache und hat mir sehr viele Möglichkeiten eröffnet, kreativer zu fotografieren und vor allem, sicherer mit meinem „Werkzeug“ umzugehen. Dafür erst einmal ein DANKE an alle Fotoprofis, die ihr Wissen mit uns „Hobbyknipsern“ geteilt haben.

Einer dieser „Youtube-Mentoren“ ist Stephan Wiesner. Man liebt oder hasst den Mann, der in seinen Videos sich so einiges in den nicht vorhandenen Bart murmelt, oftmals mit der Technik hadert und auch so manchen Kraftausdruck in der Öffentlichkeit nicht scheut.

Sein November-Video 2015 mit dem Titel „Kauf keine Einsteiger-Kamera“ erzeugte aber nicht nur Stirnrunzeln, sondern konterkarierte auch sämtlich Aussagen von namhaften Foto-Profis.

Mit der Meinung, dass eine Kompaktkamera mit 1 Zoll-Sensor die gleiche Qualität wie eine Einsteiger-DSLR mit Kit Objektiv bringt (das ist so zwar richtig, aber…) und deshalb solch eine Einsteiger-DSLR  erst gar nicht auf die “Wunsch“-Liste kommen sollte, steht er nicht nur alleine da, sondern verhindert auch das „wachsen“ des zukünftigen Amateurfotografen am Equipment. Wenn ich vor vier Jahren, als ich nach 20 Jahren Abstinenz wieder angefangen habe, zu fotografieren, diesen Rat befolgt hätte, wäre meine Begeisterung für das Thema Digitalfotografie nach kurzer Zeit beendet gewesen. Canon und Nikon hätten ein paar tausend Euro weniger Umsatz gemacht und ich hätte jetzt ein anderes Hobby.

Wie kann ein Fotograf so einen Rat von sich geben? Genau das Gegenteil ist der richtige Weg und der wird auch allgemein von den etablierten Fotografen empfohlen. Mit einer Einsteiger-DSLR beginnen und diese Ausrüstung bis ans Limit ausreizen. Der Lerneffekt ist enorm und hat man die Grenzen erreicht, kommt der nächste Schritt – eine bessere Kamera oder, weil noch sinnvoller, bessere Objektive. Selbst mit einem DSLR-Einsteiger-Body, wie z. B. der Canon 1000D, gelingen mit einem guten Objektiv spektakuläre und sehenswerte Fotos. Den Beweis findet ihr auch auf dieser Seite, denn viele Fotos (z. B. Semper-Oper in Dresden, ICC Berlin, die Grubenlampe und auch viele Nightshots) sind mit genau dieser10MP Canon-Einsteiger-Kamera gemacht worden. Und um dem Ganzen auch noch einen besonderen Wink in Richtung Wiesner zu geben – einige Fotos wurden sogar mit dem 16-55mm Kit-Objektiv aufgenommen!

Sicher, das alles ist Amateurqualität, aber viele Hobby-Fotografen hatten und haben auch nicht vor, aus dem Hobby einen Beruf zu machen. Das schließt nicht aus, mehr und mehr über das Thema Fotografie zu lernen und erfolgreich umzusetzen. Mit einer Kompaktknipse lernt man nur eines und das nach kurzer Zeit – das Ding daheim liegen zu lassen. Smartphone geht nämlich auch.

Also Herr Stephan Wiesner – man kann Dinge auf vielerlei Weise kaputt reden, aber gerade die Fotografie ist ein äusserst dynamisches Hobby, das auch von der Vielzahl an Schnittpunkten zur Technik lebt. Den Lerneffekt der DSLR-Fotografie durch eine Kompaktknipse abzuwürgen, ist nicht gerade förderlich, um Neueinsteiger zu motivieren. Vielleicht habe ich den Youtube-Beitrag auch falsch verstanden, aber dann besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch viele Andere die Quintessenz des Beitrags nicht richtig interpretieren.

Zwar mag die Aussage, dass eine 1 Zoll Kompaktkamera qualitativ gleichgute Aufnahmen erzeugt, technisch gesehen richtig sein, aber spätestens beim Thema Boket ist mit der Knipse Schluß mit lustig. Und was das Anbringen von (sinnvollem) Zubehör angeht – da ist eine Einsteiger-DSLR immer die bessere Wahl.

Und deshalb gehört sie IMMER auf den Wunschzettel !

Jürgen Olejok / 2016

Blitzdings

Über kaum ein anderes Foto-Thema findet man im Netz so viel Informationen wie über die Blitzfotografie. Eigentlich verwunderlich, denn das Blitzgerät soll ja lediglich Licht ins Dunkel bringen. Das machen die Blitzer auch meist, nur manchmal zu viel, zu wenig, unscharf oder auch gar nicht. Die Fehlerursache liegt in 99 Prozent der Fälle hinter der Kamera, denn auch wenn heutzutage die Kameraelektronik dem Nutzer schon viel Arbeit erspart, sind doch einige Kleinigkeiten zu beachten, damit das geblitzte Foto nicht zum Desaster wird. Hinzu kommt, dass die Auswahl an Blitzgeräten und ihrer Ausstattung nicht dazu beiträgt, ein einheitliches Ergebnis zu erzielen. Mit diesem Artikel sollen Fakten aus Mythen und Tatsachen aus Behauptungen gefiltert werden, damit auch der Einsteiger einen besseren Überblick darüber bekommt, was man für seine Blitzorgien braucht und auf was zu achten ist.

blitz_1

Wer braucht was und wofür?

Ein kurzer Blick auf den Seiten des Primus im Internethandel genügt, um festzustellen, dass es so viel an Aufsteckblitzen und Zubehör gibt, dass allein das Filtern von Angeboten zur Nachmittagsbeschäftigung wird. Von unter 30 € bis fast 500 € gibt es eine Unzahl von Geräten, die einen Blitz erzeugen können. Aber welchen benötigt der Fotoamateur und was möchte er hauptsächlich damit machen? Der Einfachheit halber können potentielle Blitzgerätekäufer in drei Gruppen eingeteilt werden:

– Der Gelegenheitsknipser, der einfach nur eine bessere Möglichkeit zum Ausleuchten eines Motivs haben möchte, als der interne Kamerablitz liefert.

– Der ambitionierte Fotoamateur, der nicht nur korrekt ausleuchten, sondern auch mit dem Blitzlicht experimentieren will

– Der bequeme Fotograf, der wirklich alles über sein zentrales Arbeitsgerät, der Kamera, steuern und einstellen möchte

Eine sehr vereinfachte Eingruppierung, aber dennoch ausreichend, wie man später feststellen wird, denn natürlich gibt es auch Überscheidungen zwischen den Gruppen. Diese sind aber nicht so relevant, dass man dafür eigene „Blitzklassen“ benötigen würde. Die Übergänge sind doch recht fließend, wenn man berücksichtigt, dass prinzipiell jede der drei Gruppen mit dem gleichen Blitzmodell zum Ziel kommen würde. Es ist, wie immer in der Fototechnik, auch eine Frage des Preises und der möglichen Einsatzszenarien, die letzendlich über die Anschaffung entscheiden.

Premium-Hersteller oder China-Kopie?

Dieses Thema ist heikel, sollte, oder besser, MUSS aber behandelt werden.

Leistungsfähigkeit, Funktionsvielfalt und Preis sind eng miteinander verbunden. Völlig losgelöst von dieser Tatsache ist anscheinend die Preisgestaltung der Premium-Hersteller von Blitzgeräten wie Canon und Nikon. Die Preise dieser Firmen für Blitzgeräte sind für das eingesetzte Material exorbitant hoch und bilden die Grundlage dafür, dass chinesische Zweit- und Drittproduzenten seit einigen Jahren in Europa einen fruchtbaren Absatzmarkt finden. Wer jetzt argumentiert, dass man bei der Preisgestaltung die enormen Entwicklungskosten eines Blitzgerätes einkalkulieren muß, der hat definitiv keine Ahnung, über was er da redet. Entwickelt im Sinne von Forschung, wurde im Bereich Blitzgeräte schon seit Jahren nichts mehr. Lediglich Software-Verbesserungen und, Überraschung, noch niedrigere Stückkosten durch höhere Integration der Bauteile, sind die einzigen Felder, für die „Entwickler“ noch gebraucht werden. Betrachtet man die Bauteile eines Blitzgerätes und rechnet die Fertigungskosten dazu, kommt man zum Beispiel bei einem Nikon SB-910 auf einen Preis von ca. 42 € ! Der Verkaufspreis in Deutschland beträgt etwas über 450 € !! Hier darf und muss die Frage erlaubt sein, was einen 10fach höheren Verkaufspreis rechtfertigt. Weil Nikon draufsteht?

Es ist für den potentiellen Blitznutzer durchaus legitim, sich bei solchen Preisgestaltungen nach Alternativen umzusehen. Und die gibt es, auch wenn sich schnell der Begriff „Plagiat“ breit macht. Klar, die chinesischen Billig-Hersteller haben den blitz_9Blitz nicht neu erfunden und kopieren meist das Design erfolgreicher Marken-Hersteller. Das führt dazu, dass es Blitzgeräte gibt, die sich äußerlich kaum noch von den Marken-Blitzen unterscheiden, aber nur ein fünftel bis ein viertel des Preises kosten. Leisten sie exakt das Gleiche wie die bekannten Markengeräte? Klare Antwort: Nein! Leisten sie genug, um ausreichend und erfolgreich die Fotos zu belichten: Klare Antwort: Ja! Firmennamen wie YongNuo, Meike oder Neewer haben längst ihren Status als Exoten abgelegt und werden zunehmend sogar in der Profi-Fotografie erfolgreich eingesetzt. Die Geräte kosten einen Bruchteil der vergleichbaren Modelle der Premium-Hersteller und spielen selbst in Sachen Haltbarkeit, Verarbeitung und Haptik  in der ersten Liga.

Damit kommen wir zu einem wichtigen Punkt, der in Foto-Fachforen zum Streiten animiert – die Zuverlässigkeit. Oft wird gerade die Haltbarkeit dieser China-Blitze bemängelt. Dazu ein (einfaches) Rechenbeispiel:Wenn ich von einem Premiumprodukt wegen des hohen Preises 100 Stück verkaufe und gleichzeitig der Billiganbieter 1000 Stück umsetzt, wird man zwangsläufig numerisch eine höhere Anzahl von Defekten beim Billiganbieter vorfinden. Prozentual gesehen entsprechen aber in dieser Rechnung lediglich zehn defekte Premium-Geräte einer Ausfallrate von 100 Geräten bei der Billigmarke.  Statistisch gesehen gibt es dadurch mehr Berichte über defekte Billigblitzer. Unter Berücksichtigung der tatsächlichen Absatzzahlen wird die Sache schnell relativ. Im eigenen Fotoumfeld ist übrigens nicht ein einziger Fall bekannt, dass ein China-Blitz nicht so funktionierte, wie er sollte. Nicht mal nach Jahren im Gebrauch.

Eine weitere Unart der Internet-Diskussionskultur sind absichtliche Falschmeldungen über Billigblitze. Häufig liest man von Fällen, bei dem ein preiswerter China-Blitzer zum Defekt oder gar Totalausfall der Kamera führte. Die angeblichen Beweise werden dann bei YouTube gezeigt, wobei bei 99 Prozent der „Beweisfälle“ dem Fachmann schnell klar wird, dass hier noch das Eine oder Andere bei der Kamerabedienung bzw. dem Handling schief gelaufen ist. Warum nach einem Sturz der Kamera unbedingt der Blitz die Elektronik zerstört hat, wird wohl ewig ein Geheimnis des Besitzers bleiben.

Wegen der Vollständigkeit und zumindest einer rudimentären Objektivität dieses Artikels geschuldet, soll auch ein weiterer Punkt nicht unerwähnt bleiben. Im Bereich Kundenbetreuung und Reparaturabwicklung gibt es noch viel Verbesserungspotential bei den chinesischen Produzenten. Hier haben z. B. die Kamera-Hersteller wie Canon oder Nikon die Nase meilenweit vorn. Aus Erfahrung kann man durchaus behaupten, dass deren Kundenbetreuung vorbildlich ist und nicht einmal ansatzweise Anlass zur Kritik besteht.

Trotzdem ist der Faktor 10 eine Hausnummer, AUCH wenn man den guten Service mit berücksichtigt. Das ist auch der Grund, warum sich dieser Artikel in erster Linie auf die Produkte der chinesischen Hersteller bezieht. Sie funktionieren, so wie sie sollen und leisten das, was sie gekostet haben. Nicht immer gleichwertig zum Premium-Segment, aber mehr als ausreichend für jeden Fotoamateur.

Ganzen Artikel lesen »